
Urlaubstagebuch Langeland Oktober 2006
Samstag der 21.10.2006
Um 5,30 Uhr klingelte mein Wecker. Ich quälte mich aus dem Bett und begab mich nach unten um mir einen Tee zu kochen. Während das Wasser kochte, stellte ich noch einmal eine Maschine Wäsche und den Geschirrspüler an. Wäsche anschließend noch aufhängen, Geschirrspüler leeren, saugen und was sonst noch so anliegt wenn man das Haus verlässt wurde noch erledigt.
Ein Letztes Mal Mails abrufen, bei Alex über den Ticker verabschieden und alle Rechner runterfahren. Dann klingelte auch für Frank der Wecker. Wir frühstückten und packten unsere restlichen Siebensachen zusammen. Gegen 7,30 Uhr trudelte auch Udo ein und wir stopften seine Tasche auch noch ins Auto. Udo rauchte noch eine Zigarette im Garten und Frank leistete ihm dabei Gesellschaft. Die Hunde machten noch einmal ihr Geschäft im Garten und dann sind wir alle eingestiegen.

Falsches Auto
Erst hüpften die Hunde in Udos Kofferraum, der hatte diesen geöffnet um noch etwas rauszuholen. Dann haben wir ihnen aber gezeigt wo ihr Reiseplatz ist. Es war ca. 8,15 Uhr als wir endlich vom Hof fuhren. Erst waren die Hunde recht unruhig weil sie vorher immer nur Kurzstrecken gefahren sind und jetzt darauf warteten das sie in den Wald zum schnüffeln dürfen.
Als sie merkten das es wohl noch dauert, wurden sie etwas ruhiger, aber bei jedem Halt dachten sie erneut das es jetzt raus geht. In Puttgarden sind wir dann vor der Fähre mit den Hunden ein wenig draußen herumgelaufen, aber sie konnten nicht wirklich etwas machen vor Aufregung. Auf der Fähre Puttgarden Rødby fanden wir einen Platz in der Ecke nahe dem Laden. Die Hunde verhielten sich auf dem Schiff recht ordentlich. Ich rief kurz bei Inge zuhause an und sagte dass wir auf der Fähre sind und mit den Hunden alles gut gegangen war. Dann kaufte ich noch einige Bonbons. Wir tranken und aßen eine Kleinigkeit, dann ging es auch schon wieder zum Auto. Die Fahrt dauerte knapp 45 Minuten.
Wir waren mit die ersten die auf das Schiff fahren durften und somit auch mit die ersten die wieder runter durften. Dann waren wir auf Loland in Dänemark. Keiner wollte die Ausweise sehen keiner kümmerte sich darum ob unsere Hunde geimpft sind oder einen Chip haben. Nach ca. weiteren 30 Min Autofahrt kamen wir in Tårs, bei der nächsten Fähre an. Wir mussten jedoch fast 45 Minuten warten bis wir mit der nächsten Fähre nach Langeland rüber konnten.
Die Treppe vom Parkdeck nach oben war sehr steil, aus Metall und mit Löchern gegen Ausrutscher versehen. Die Hunde gingen recht unsicher und ängstlich nach oben. Wir haben schon überlegt ob wie sie wohl runter tragen müssen. Aber als wir oben ankamen, stellten wir fest dass es auch einen Fahrstuhl gab. Da wussten wir dass wir ohne Probleme runterkommen konnten. Nun waren die Hunde schon etwas sicherer und wurden aufmüpfig anderen Hunden gegenüber und bei Menschen wenn sie zu dicht an uns vorbeigingen. Sie schienen sich an dieses "unterwegs sein" zu gewöhnen.
In Spodsbjerg fuhren wir von der Fähre runter und direkt nach Rudkøbing, weil wir dort von Novasol die Schlüssel holen mussten. Danach ging es weiter zum Ferienhaus nach Spodsbjerg. Der Schlüssel passte und somit war es auch das richtige Haus.

Novasol G10399 Løkkeby Strand
Es roch muffig und feucht. Es war drinnen kälter als draußen und so riss ich erst einmal alle Fenster und Türen auf, damit warme Luft von draußen reinkommen kann.

Blick vom Wohnzimmer Richtung Küche
Auf einem krümeligen, klebrigen und dreckigen Esstisch stand ein Schild von Novasol mit folgendem Text: Willkommen liebe Gäste! Wir haben die Reinigung der letzten Mieter kontrolliert. Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Aufenthalt! Ich guckte den Wohnzimmertisch an und auch der war krümelig. Wer da wohl kontrolliert hat? Eine Unterschrift stand auf dem Schild drauf und ich dachte mir, dass ich das bei Gelegenheit bei Novasol erfragen werde. Ich schickte die Männer mit den Hunden an den Strand und packte in Ruhe das Auto aus. Ich wollte Wasser aufsetzen für Tee und Kaffe, aber die Sicherungen waren alle draußen und ich wusste nicht was ich da drücken oder drehen sollte. Ich war froh als ich Mary kläffen hörte und so die Männer angekündigt wurden. Udo steckte die Sicherungen rein und ich setzte Wasser auf, damit wir alle etwas Warmes trinken konnten.
Mit dem Kaffee stellte ich Sauerfleisch, Brot und Aufschnitt auf den Tisch und die Männer aßen etwas. Dabei schalteten sie den Fernseher rauf und runter und guckten welche Programme man hier sehen konnte. Der Fernseher war schon ein älteres Semester und die Programmwahl funktionierte auch nicht richtig. Als die Mägen gut gefüllt waren, setzten sich Frank und Udo ins Auto und fuhren zum Angelshop den wir in Spodsbjerg gesehen haben. Sie wollten neue Angelsehne und Würmer kaufen. Außerdem benötigten sie eine Genehmigung damit sie diese Woche angeln konnten. Diese kostete 15 Euro pro Person. Außerdem wollten sie Holz für den Kamin kaufen.
Ich bezog derweil unsere drei Betten und stellte fest, dass tote Fliegen, Spinnen und Mücken auf der Matratze und vor allem darunter auf dem kaputten Lattenrost lagen.

Schlafzimmer von Frank und Tina

Schlafzimmer Udo
Die zweite Matratze die auf unseren Betten lag, packte ich in das dritte Zimmer und dabei rieselte eine nicht unwesentliche Menge Sand auf die Matratze darunter. Ich fegte mit den Händen den Sand runter und ignorierte ansonsten die toten Insekten unter der Matratze. Wieder einmal frage ich mich, wer hier wohl was kontrolliert. Als alle Betten bezogen waren, deckte ich den Tisch wieder ab. Dann packte ich unseren Koffer aus und stellte unsere Badezimmerartikel in den Schrank. Ich nahm also das Haus in Beschlag.
Wieder zurück zeigte Frank mir das Angelzubehör was er gekauft hatte. So ein großes Blei mit einer Art Widerhaken dran, welches sich beim Brandungsangeln im Boden verkeilen soll, damit die Strömung den Wurm nicht abtreiben kann. Udo lud in der Zwischenzeit den Sack Holz aus, den sie gekauft hatten und suchte etwas um Kleinholz zu machen. Im Schuppen wo auch die Sicherungskästen waren fand er eine kleine Axt die dafür zu gebrauchen war. Mit diesem Kleinholz, und Papier versuchte Udo dann Feuer im Kamin zu machen. Das Papier, was in dem Haus lag, war so feucht, dass sich kein wirkliches Feuer entwickeln konnte. Zum Glück hatte ich eine Rolle Zeitungspapier von Zuhause mitgebracht. Eigentlich war es als Isoliermaterial geplant, falls wir viel Fisch nach Hause bringen müssen. Aber es konnte auch hervorragend damit Feuer gemacht werden. :-)
Dann brannte der Kamin und die beiden Männer standen davor und freuten sich wie kleine Jungen über das Feuer im Kamin. Ich empfinde einen Kamin nicht als etwas besonderes, ich mag auch die "ach so besondere" Wärme nicht, die ein Feuer hergibt. Dann fummelten die beiden an den Angeln rum, denn sie wollten noch ein Stündchen Würmer baden. Als die Angeln dann fertig waren, zogen sie mit dem Auto an den Strand. Ich ging kurz darauf mit beiden Hunden an der langen Leine hinterher. Es waren 400 Meter bis zum Strand. Da ich jedoch erst einmal in die falsche Richtung marschierte war es für uns etwas mehr. Das störte die Hunde jedoch keineswegs. Sie hatten mörderisch zu schnüffeln und sich über einen anderen Hund aufzuregen der unseren Weg, mit seinem Herrchen, kreuzte.
Etwas später kamen wir auch am Strand an und es war toll die Brandung rauschen zu hören. Ich guckte und konnte keine anderen Menschen am Strand sehen und so machte ich die Leine von den Hunden ab. Sie genossen sichtlich das Toben und Balgen am Strand. Ich ging am Wasser mit Ihnen Richtung Spodsbjerg. Auf dem halben Weg bevor wir die Kerzenfabrik erreichten, kam jedoch ein "Rudel" Mensch mit Hunden an den Strand und ich musste meine beiden Racker zurückpfeifen. Ich kehrte dann um und ging wieder Richtung Frank und Udo zurück. Die Hunde verhielten sich, vermutlich mangels Angriffsfläche, sehr ordentlich und tobten bis auf einen Ausrutscher immer in Sichtweite herum. Ab und zu probierten sie das Meerwasser, aber es schien ihnen nicht zu schmecken.

Frank und Udo beim Brandungsangeln in der Dämmerung
Nachdem Frank und Udo jeder ca. 4 Würmer an die Krebse o. ä. verfüttert hatten, hatten die beiden vorerst genug vom Angeln. Sie packten zusammen und ich ging schon mit den Hunden an ihrer langen Leine vor. Die Hunde sollten nicht ins Auto, da sie sich sonst an den Angelhaken verletzten konnten. Kurz vor unserem Ferienhaus überholten uns Frank und Udo. Sie mussten jedoch warten, da ich den Schlüssel in der Tasche hatte. Als das Haus in Sichtweite kam, machte ich die Hunde von der Leine und sie rannten sofort zu Frank und Udo hin.
Es war so wie ich befürchtet habe. Die Bude war sehr bullig warm als wir aufschlossen. Der Kamin erfüllte gewissenhaft seinen Dienst. Ich pellte mich aus der Jacke und meinem Pullover und setzte mich im T-Shirt aufs Sofa. Nach kurzer Zeit stand ich auf, weil das Wasser kochte und setzte mir einen Tee auf. Frank trank einen Cola Whisky und Udo nur Cola. Ich blieb gleich mit meinem Tee in der Küche, weil das war nach dem Clo der Platz, der am weitesten vom Kamin weg war, und schnippelte Salat. Zum Abendbrot gab es einen gemischten Salat mit Fluss-Krebsfleisch. Dazu Fernsehprogramm und einiges zum knabbern was so auf dem Tisch lag. Ich unterlasse hier jede weitere Beschreibung weil ich befürchte das man vom lesen schon dick werden könnte. :-)).
Gegen 21 Uhr strich ich die Segel, obwohl ein guter Film lief. Ich war hundemüde und mir war warm. Ich machte mich Bettfertig und zog mich zurück in mein Bett. Dort lag ich nun und bekam keine Luft weil es zu warm war. Frank kam auch bald darauf ins Bett und mummelte sich in seine Decke ein. Irgendwann in der Nacht machte ich dann das Fenster auf. Eigentlich wollte ich es nicht, weil ich keinen Bock auf das Viehzeug habe was sich nachts so in die Schlafzimmer schleicht, aber es war einfach nicht auszuhalten. Dann ging es etwas besser, aber wirklich gut geschlafen habe ich nicht.
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